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Sprache ist Pflege

Kommunikations- und Sprachkulturtrainerin, Sandra Mantz, referierte an der Berufsfachschule für Altenpflege über Pflege und Sprache. Sie verdeutlichte an vielen Beispielen, dass in unserer Gesellschaft, aber besonders oft in der Pflege die Worte unbedacht gewählt werden.

Besonders bei dementen Menschen, die den Krieg miterlebt haben, ist die übliche Wortwahl ungünstig und beängstigend. Z.B. „jemanden auf die Folter spannen“, oder ein Kollege sagt. „ich habe ein Attentat auf dich vor“, Kollege antwortet: „Schieß los„ war für viele Demente im Krieg Realität. Schon alleine in den Vokabeln „hinkriegen, wegkriegen „ steckt das Wort Krieg. Am Telefon jemanden „abwürgen“ oder in der Pflege jemanden „fertig machen“ sind übliche Floskeln. Stattdessen ist in der Regel gemeint, dass das Telefongespräch nicht weitergeführt werden kann, weil ein anderer Kollege mit einem sprechen möchte. In der Pflege wird natürlich niemand fertig gemacht, sondern der Bewohner wird gewaschen und angezogen.

Besonders im Pflegealltag ist es wichtig, die Kunst der guten Worte zu üben. Dem Bewohner „ein gutes Wort schenken“, „warmherzig sprechen“ zur rechten Zeit „respektvoll schweigen“ , gelegentlich „die Augen leuchten lassen“ kann gelernt werden. Auch die Vermeidung des Wortes „ müssen“ sollte man sich aneignen. Es wirkt sich negativ auf die eigene Motivation, innere Einstellung und damit auch auf die zu Pflegenden aus.

Frau Mantz ist es ein besonderes Anliegen, dass Pflegekräfte lernen ihre Worte achtsam zu wählen. Deshalb hält sie ihre Vorträge an Pflegeschulen kostenlos, damit die Sprache selbst zur Pflege wird, indem mit heilsamen Worten gesprochen wird.

Verfasser:
Rosa Döring
Schulleitung